Wintermaid & Höhlenbrut

Wintermaid & Höhlenbrut bei Amazon und Thalia
Low Fantasy/Sword and Sorcery mit einer Antiheldin, die ihren Weg im Leben sucht

Dich faszinieren ferne Fantasywelten, magische Kreaturen, tapfere Helden und fiese Antagonisten? Aber epische Fantasy ist dir einfach zu episch lang? Dann riskiere einen Blick in „Wintermaid“ und „Höhlenbrut“. Oder hör einfach mal rein ins Hörbuch zu „Wintermaid“.

„Wintermaid“ entstand im Zuge eines Kurzgeschichtenprojekts zu sogenannten „starken Frauen“. Auch wenn sich die Wintermaid Lhan ihre Stärke nur einredet, weil sie glaubt, besser, mutiger und stärker als die Männer sein zu müssen, die in ihrer Kultur das alleinige Sagen haben. Ein Glauben, der sie und ihr Gegenüber an den Rand des Todes bringt.

Klappentext

Ein heiliger Auftrag führt die Jägerin Lhan ins Gebirge. Als sogenannte Wintermaid soll sie den Winter bezwingen. Doch zwischen den Felsen lauert der Eisgeist, ein blutrünstiger Menschenfresser. Wenn es ihr gelingt, die Bestie als Jagdbeute ins Dorf zu bringen, wird sie als Winterbezwingerin gefeiert. Sollte sie scheitern, wird die Rache des Dorfes grausam sein.
Schon bald wächst in Lhan der Verdacht, dass dies ihr geringstes Problem ist.

Leseprobe

Mit klammen Fingern strich sich Lhan durchs Haar. Wie Filz fühlte es sich an. Kein Wunder nach einer Woche im Gebirge, ohne Kamm oder eine Gelegenheit, sich zu waschen. Sogar der Bund der Hose schlackerte nach den Entbehrungen des Jagdausflugs um die Taille. Dabei galt sie doch in den Augen ihrer vier Brüder als Pummelchen.
Gleich morgen, sobald die Sonne aufgegangen war, wollte sie aufbrechen. Vorausgesetzt der Sturm wäre dann vorüber. Zuerst würde sie den Widder erlösen müssen, so weh ihr das tat. Aber sie durfte ihn nicht länger leiden lassen. Außerdem lieferte ihr das Fleisch des Tieres genügend Proviant, um es ins Dorf zurückzuschaffen – ohne Beute und ohne den glorreichen Sieg über die Berge und die darin lebenden Bestien, dafür mit einem verletzten Knöchel. Was das bedeutete, wusste sie.
»So wie damals bei Thran«, flüsterte sie und fröstelte. Die Augen auf das tröstliche Flackern des Feuers gerichtet, kuschelte sie sich tiefer in den Lammfellmantel. Wie fröhlich die kleinen Flammen tanzten, weil sie nicht wussten, dass sie bald erlöschen würden. Rasch zog sie die Fäustlinge über die steif gefrorenen Finger. »In den Bergen wirst du sie brauchen«, hatte Großmutter Zue gesagt, die ihr die Handschuhe zum Lichtwechselfest geschenkt hatte. Sie dachte an das Tränenglitzern in den Augen der alten Frau. Wie sehr sie sich wünschte, die Tränen in Freudentränen zu verwandeln.
Und wenn der Eisgeist noch immer draußen herumschlich? Wenn er längst ihre Witterung aufgenommen hatte und sie im Schlaf überwältigte? Der unförmige Fäustling fühlte sich mit einem Mal falsch an, wie er die Schusshand lähmte. Hastig streifte sie ihn ab und griff nach der Armbrust, die auf dem Felsboden lag. In einer solchen Nacht wollte sie die Schusshand freihaben. Besser, sie döste nur ein wenig, anstatt zu schlafen.