Vermutlich ist das alles nur Einbildung. Weil ich in einer Bubble gefangen bin. In der Instagram-Bubble der erfolgreichen Autoren und solcher, die es ganz bald sein werden. Oder die es zumindest versuchen. Mein Instafeed ist ein einziger Werbestream, in dem sich jeder so gut, so laut und so schrill verkauft, wie er oder sie kann.
Autoren berichten täglich aufs Neue, wie unfassbar erfolgreich sie sind – und warum. Sie versprechen mir – und allen anderen –, dass wir das auch schaffen können, wenn wir nur hier und da ein bisschen und dort noch … oder gleich das Coaching buchen. Andere hüpfen als Tiere verkleidet über den Monitor, beschwören die Leser mit tiefgründigen Aussagen über ihre Werke, berichten von seelischen Problemen oder von ihren Katzen (was manchmal identisch sein kann. Vertraut mir. Ich weiß, wovon ich schreibe.). Manche jammern trotz tausender Fans und hunderter Likes, dass sie keine Reichweite haben (was mich jedes Mal kurz darüber nachdenken lässt, was ich dort eigentlich verloren habe mit meinen fünf bis zehn Likes, über die ich mich wie Bolle freue …).
Sie übertrumpfen sich gegenseitig mit immer beeindruckenderen KI-Animationen zu ihren Büchern (ich arbeite auch gerade an einer, weiß aber nicht, ob ich es auf die Reihe bekomme …) oder mit unglaublichen Superlativen, die ihre Werke beschreiben (Notiz an mich selbst: Ich muss dringend damit aufhören, mich halb dafür zu entschuldigen, wenn sich mal ein mir unbekannter Leser für eines meiner Bücher interessiert …).
Dann gibt es noch die Coaches, die die absolut allerbesten und einzig wirksamen Tipps und Strategien für erfolgreiches Online-Marketing anpreisen, die aller drei Wochen verlauten lassen, dass die Strategie, die vor drei Wochen noch funktioniert hat, jetzt völlig veraltet sei und alles ganz neu gedacht werden müsse. Auch Verlage schlagen in die Kerbe und fordern offensiv dazu auf, Werbung für die Bücher zu machen, möglichst jeden Tag aufs Neue. Wirklich tagtäglich. Wieder und immer wieder.
Und dann gibt es so Leute wie mich. Ich kann nur staunend – oder verzweifelt – daneben stehen und mich fragen, was das noch mit dem Schreiben von Büchern zu tun hat. Und da ich mir keine Antwort darauf geben kann (außer, so ist nun mal der Kapitalismus und so), kann ich mir nur sagen: Sei nicht verzweifelt. Sei realistisch. Du hast keine Chance, in dem Strudel, in dem du als winziges Teilchen herumwirbelst, tatsächlich wahrgenommen zu werden. Du kannst nur weitermachen und versuchen, inneren Abstand von dem Tornado aus Informationen, Lobpreisungen und sich widersprechenden Erfolgstipps aufzubauen und trotz allem das beste Buch schreiben, das du jemals geschrieben hast. Und wenn’s dieses Mal nicht klappt, dann klappt’s vielleicht beim nächsten Mal.












