In meinem Fall hat Schreiben recht viel mit (Ver-)Zweifeln zu tun. Mal verzweifle ich daran, dass ich zu wenig Zeit zum Schreiben finde. Mal, dass meine Geschichten kaum Leser finden. Mal, dass ich nach dem Job vollkommen übermüdet bin und keine Kraft habe, am Manuskript zu arbeiten. Außerdem zweifle ich ständig an meinem Können und meinen Texten (aber das ist schon wieder eine andere Geschichte …).
Im Rückblick sind das alles Luxusprobleme. Es braucht nur einen winzig kleinen Auslöser und schon steht die Bedürfnispyramide Kopf – oder sortiert sich vollkommen neu. Zeit zum Schreiben haben, Leser finden, … im Moment ist alles völlig egal.
Der Auslöser dafür, dass meine Bedürfnispyramide gekippt ist, sind heftige Schmerzen, gegen die ich seit Wochen kämpfe. Arzt, Tabletten und Physiotherapie haben nichts gebracht. Sobald ich am Schreibtisch sitze, überfallen sie mich. Täglich wird es schlimmer. Auf Arbeit schaffe ich es irgendwie durchzuhalten, um dann völlig fertig zu Hause in den Seilen zu hängen (im übertragenen Sinne, denn Seile gibt’s hier nicht).
Trotzdem zieht es mich immer wieder zum Text. Nur um festzustellen, dass die Schmerzen so viel Aufmerksamkeit fordern, dass an Schreiben und Überarbeiten kaum zu denken ist. Das Schreiben (oder Zeichnen … ich würde so gerne den Online-Kurs weitermachen …) ist plötzlich das Egalste auf der Welt. Es wäre mir sogar egal, wenn mein Laptop explodiert und das Manuskript vernichtet wäre. (Na gut. Fast egal.) Die Schmerzen überstrahlen jeden Wunsch nach Selbstverwirklichung. Ich habe nur einen Wunsch, dass die Schmerzen endlich aufhören und ich wieder ich selbst sein kann. Dann würde ich es noch in diesem Jahr schaffen, die erste Überarbeitungsphase des Manuskripts abzuschließen, um es an die zweite Testleserin weiterzugeben.
(Mich um die Einrichtung des Newsletters zu kümmern, kann ich wegen der Schmerzen ebenfalls knicken.)
